Pressemitteilung (11/10/18)

Innovationen „Made in Tirol“ prämiert

Der renommierte Design- und Erfinder-Award wurde gestern Abend im Rahmen der 86. Innsbrucker Herbstmesse zum 8. Mal an die findigsten Köpfe des Landes verliehen. Sechs Projekte wurden von einer Fachjury ausgezeichnet. Die Neuheiten können bis Sonntagabend auf der Design- und Erfindermesse in der Halle A bestaunt und zum Teil auch erworben werden.

Innsbruck – Mit dem traditionell-zünftigen Bieranstich wurde die 86. Innsbrucker Herbstmesse gestern Vormittag von Tirols Landeshauptmann Günther Platter feierlich eröffnet. Über 420 Aussteller präsentieren bis Sonntagabend auf Westösterreichs größter Publikumsmesse die Trends der Herbst- und Wintermonate. Am Abend des ersten Messetages wurde der renommierte Design- und Erfinder-Award von der Congress Messe Innsbruck zum 8. Mal verliehen. „Die Design- und Erfindermesse, die wir mit Unterstützung von Georg Juen im Jahr 2011 ins Leben gerufen haben, hat sich mittlerweile zu einer einmaligen Innovationsplattform im alpenländischen Raum entwickelt“, berichtet Congress- und Messedirektor Christian Mayerhofer. „Es freut mich deshalb besonders, dass zahlreiche kreative Köpfe ihre Projekte für den Design- und Erfinder-Award 2018 eingereicht haben und sie somit nicht nur wertvolles Feedback von den Fachexperten erhalten, sondern sich auch untereinander vernetzen und Ideen austauschen können sowie die direkte Kundenrückmeldung von den Messebesuchern erhalten.“ Eine Fachjury, bestehend aus dem Südtiroler Innovationsberater Michael Stauder, dem Vizerektor der Fachhochschule Kuchl, Günther Grall und dem Kunststofftechnik-Manager Martin Wessely, prämierte in sechs Kategorien die findigsten Einreichungen.

Erfindung: Perfekte Symbiose zwischen Geruch und Geschmack
In der Kategorie „Erfindung“ konnte die Zirb GmbH mit ihrem Zirb-Sirup die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen. „Das ausgezeichnete Produkt ist letztlich die Neuausrichtung des Unternehmens. Eine gelungene Brandextension, das heißt eine Unternehmenserweiterung, ohne die Kernkompetenz zu verwässern“, erklärte Juror Martin Wessely. Die perfekte Symbiose zwischen Geruch und Geschmack sei bei diesem neuartigen Sirup besonders gelungen. „Die Kombination zwischen Zirbe und Hibiskus eröffnet in vielen Bereichen neue Getränkemöglichkeiten, welche dem hippen und trendigen Unternehmensauftritt entsprechen“, betonte die Jury.

Handwerk: Verblüffendes Erlebnis
Neue Möglichkeiten soll auch die LL10 swave Körperschalliege von der Firma Luttinger eröffnen. „Dieses handwerklich perfekt verarbeitete Liegemöbel kombiniert sämtliche nachgewiesene entspannungsförderlichen Methoden“, erklärte Wessely und überreichte den Award in der Kategorie „Handwerk“. Die Verbindung von dynamischer Liege, Infrarotwärme und massierendem Körperschall schaffe ein verblüffendes Erlebnis.

Modedesign: Tradition neu interpretiert
In der wohl meist umkämpften Kategorie „Modedesign“ setzte sich der ausgeklügelte, multifunktionale Schnärfer-Rucksack der Firma Tiroler Gwandl durch, verkündete Juror Günther Grall: „Tradition wurde neu interpretiert.“ Das bewusst eingesetzte Material „Loden“ unterstreiche hervorragend den traditionellen Ansatz. „Tatsächlich aber verbirgt sich hinter der Fassade ein hochfunktionaler Rucksack“, schilderte Grall. Das Rucksack-Konzept sei innovativ durchdacht. Das Rückenteil öffne sich wie eine Muschel zur Gänze und leiste beste Zugänglichkeit zu sämtlichem Inhalt, begründete Grall das Siegerprojekt: „Neben einer Flaschenhalterung, Laptopsicherung und Bauchtasche ist auch eine Brillenhalterung integriert.“

Industrial Design: Spagat zwischen hohem Nutzen und perfekter Optik
Besondere Spannung herrschte dann in der Kategorie „Industrial Design“. „Der Spagat zwischen rationeller Fertigung, individueller Ausführung, hohem Nutzen, guter Qualität und kontrastreicher Formensprache ist gelungen“, beschrieb die Jury ihr Urteil, das zu diesem Zeitpunkt auf viele der eingereichten Projekte zutraf. Als Siegerprojekt wurde schließlich das modulare Badmöbelprogramm Xanadu der Oberländer Conform Badmöbel GmbH prämiert. „Die breite Farb- und Materialpalette in Kombination mit unterschiedlichen Materialstärken wird durch perfekte Lichtintegration in Szene gesetzt“, betonte Grall.

Nachwuchsprojekt: Spielerische Rehabilitation von Patienten
In Szene setzen konnten sich im Rahmen des 8. Design- und Erfinderawards auch Nachwuchs- und Schulprojekte. Dabei zeichnete die laut Jury „beeindruckende, interdisziplinäre Vernetzung von Software, Hardware und Mechanik“ das Gewinnerprojekt aus: Die ActiHealth-Biofeedback-Gaming-Plattform für Reha- und Fitnesstraining der HTL Anichstraße in Innsbruck. „In diesem gemeinsam mit einem Unternehmen umgesetzten Projekt war es das Ziel, die Rehabilitation von Patienten spielerisch zu fördern. Die Steigerung der Trainingsmotivation der Patienten ist nachgewiesener Weise in hohem Maße ausschlaggebend für den Erfolg der Reha“, erklärten die Juroren.

Special Award: Selbstgezüchtete Kleidung
Als besonderer Höhepunkt wurde abschließend der „Special Award“ – den die Jury vergeben kann, aber nicht muss – verliehen. Es gab allerdings guten Grund dazu, berichtete Juror Grall: „Das Spiel mit Nachhaltigkeit hat uns definitiv überzeugt.“ Mykologische Textilien von Sofie Wechselberger, einer Schülerin der Ferrarischule Innsbruck, verwirklichen die Vision einer selbstwachsenden Kleidung. „Die Suche nach neuen Werkstoffen zeichnet den diesjährigen Special Award aus“, waren sich die Juroren einig. Die in der häuslichen Badewanne gezüchteten Kombucha-Pilze wurden gepresst, getrocknet und eingefärbt. „Das Ergebnis ist hochinteressant und hat eine lederartige Haptik“, beschrieb Grall das Projekt. Und auch wenn die Marktreife in weiter Ferne sei, so würden gerade die auf den ersten Blick verrückten Ansätze die Chance einer nachhaltigen Zukunft bergen, kommentierte die Jury.

Die ausgezeichneten und zahlreichen weiteren Projekte der Design- und Erfindermesse sind noch bis Sonntagabend am Designmarkt auf der Innsbrucker Herbstmesse (Halle A) ausgestellt und können dort erworben werden.

BU Sieger: Benedikt Handler (Zirb-Sirup), Sylvia Schwingenschuh-Trenker (Xanadu Badmöbelprogramm), Ernst Mussmann (swave Körperschalliege), Sylvia Dingsleder (Schnärfer Rucksack), Josef Luttinger (swave Körperschalliege), Sofie Wechselberger (Future Textiles) und Tobias Muigg (ActiHealth-Biofeedback). (v.l.)

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Julian Bathelt
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